Keine Langeweile nach dem Tagesgeschäft Profifußball
Vielfalt und Toleranz mal anders
Die Erfinder von „Vielfalt und Toleranz“ hatten ganz sicher nicht meinen post-aktiven Tagesablauf samt Verständnis für einen weiterhin vollen Terminkalender mit breit gefächerten Themen im Sinn. Aber dieser Gedanke kam mir schmunzelnd, als ich unlängst den Claim großflächig plakatiert sah.
Auch ein Jahr nach Karriereende kann ich mich über einen Mangel an Beschäftigung, Themen oder Verpflichtungen keineswegs beschweren. Im Gegenteil. Ich bin froh und glücklich, noch immer gefragt zu sein trotz der Schnelllebigkeit der Branche. Inzwischen durfte ich mir einen Kindheitstraum erfüllen und bei der ARD-Sportschau „Losfee“ im DFB-Pokal spielen, war wegen des Abschieds von Christian Streich im ZDF-Sportstudio zu sehen, beim Training der Nationalmannschaft in Jena zu Gast, kann mich sprachlich in der Morning-Show des Kultmagazins 11 Freunde austoben und wurde in den illustren Kreis der Kicker-Kolumnisten berufen. Große Ehren, allesamt.
Hinzu kommen regelmäßige Vorträge bei Firmen wie Badenova, EM-Einsätze bei RTL und nicht zuletzt - der Beginn meines überaus interessanten Sportmanagement-Studiums in St. Gallen. Ganz nebenbei haben meine Jungs des Blankenburger FV noch den Klassenerhalt in der Landesliga ohne mein Zutun eingetütet. Es gibt folglich vieles, wofür ich dankbar bin gut ein Jahr nach meinem Karriereende.
Nun hören weitere Langzeit-Aktive auf von Toni Kroos über Patrick Herrmann bis Lars Stindl. Bevor sie in ein inhaltliches Loch fallen, stehe ich gern mit Tipps zur Seite. Denn langweilig war mir noch keinen einzigen Tag seit dem Ausscheiden aus dem Tagesgeschäft Profifußball.